Klartext Teil 3 - mein neues Amazon Business

Amazon Marketing – Der ultimative Guide für ein gutes Ranking


Erfolgreich über Amazon verkaufen ist nicht schwer. Wenn man weiß, wie der Amazon-Suchalgorithmus funktioniert. Das scheint auf den ersten Blick irgendwie selbstverständlich, aber ihr werdet euch wundern, wie viele Amazon-Verkäufer keine Ahnung haben, worauf es wirklich ankommt.


Mittlerweile erhält ein Produkt auf Amazon dreimal mehr Suchanfragen als über Google. Diese Info dürft ihr ruhig kurz sacken lassen: Dreimal mehr Anfragen als über Google. Das bedeutet, dass Amazon die Informationsplattform ist, wenn es um Kaufentscheidungen geht. Wie wurde das Produkt bewertet? Hat es sich bewährt? Deshalb sind gute Bewertungen wichtig. Aber auch wer sich nur über den günstigsten Preis informieren will, schaut zunächst bei Amazon.

Höchste Zeit also zu lernen, wie die Algorithmen bei Amazon funktionieren!


Der Amazon Produktsuche-Algorithmus A9


„A9“ ist die Bezeichnung für den Produktsuchen-Algorithmus auf Amazon. Nach eigener Aussage von Amazon liefert der Algorithmus die Ergebnisse in zwei Schritten:


1. Zunächst werden alle relevanten Ergebnisse aus dem gigantischen Produktkatalog gefiltert.

2. Dann werden diese Ergebnisse nach ihrer Relevanz für den User sortiert.


Einige werden jetzt vielleicht denken, dass das doch ganz schön nach Google klingt, wo Amazon sich doch eigentlich an Conversions orientiert. Und ihr habt Recht. Denn Relevanz bedeutet bei Amazon etwas anderes. Google interessiert sich dafür, welche Ergebnisse die Suchanfrage des Users am ehesten befriedigen. Amazon dagegen orientiert sich an der Wahrscheinlichkeit eines Verkaufsabschlusses. Also schlicht daran, welches Produkt der User am ehesten kaufen wird.


Fakt ist, dass die Amazon-Algorithmen unabhängig von äußeren Faktoren sind. Man kann sich also die ganze Arbeit mit Off-page-SEO, Backlinks, Social Media, Domain Authority etc. sparen.Denn was zählt, sind nur die internen Faktoren. Es gibt jedoch drei Dinge, die man über Amazon im Kopf behalten sollte:


1. Amazons Ziel ist es immer, die RPC (Revenue Per Customer) zu maximieren.

2. Amazon trackt jede Bewegung, die ein Kunde auf Amazon macht, angefangen bei Bewegungen der Maus.

3. Der A9-Algorithmus existiert, um die getrackten Daten aus Punkt 2 und das gesteckte Ziel in Punkt 1 zu erreichen.


Amazon selbst gibt relativ umfassend Auskunft über die Funktion des A9. Deshalb können drei Schwerpunkt-Faktoren des A9-Algorithmus zusammengefasst werden:


1. Conversion Rate: Bewertungen, die Qualität von Produktbildern, die Preisgestaltung und vieles mehr spielen statistisch gesehen eine Rolle für die Conversion. Deshalb arbeitet der A9 mit diesen Faktoren und sie haben Einfluss auf das Ranking.

2. Relevanz: Die Relevanzfaktoren geben dem Algorithmus vor, ob ein Produkt bei einer Suchanfrage gelistet wird oder nicht. Wichtige Faktoren sind hierbei der Produkttitel und die Produktbeschreibung.

3. Kundenzufriedenheit & Regelmäßigkeit: Das Geheimnis einer maximalen RPC liegt in der Regelmäßigkeit. Denn es ist einfacher, Kunden dazu zu bringen 10 mal 10 Euro auszugeben als einmal 100 Euro. Deshalb sind die wichtigen Faktoren hier das Käufer-Feedback und die Rückbuchungsrate.


Das reicht eigentlich, um ein grobes Verständnis dafür zu entwickeln, wie der Ranking-Algorithmus von Amazon funktioniert. Jetzt wird es Zeit, euch die 25 wichtigsten Tipps zu verraten, wie ihr eure Produkte ganz nach oben bringen könnt.


Die Top-Ranking-Faktoren für Amazon


Wir haben euch ja bereits verraten, dass es drei Schwerpunkt-Faktoren gibt. Diese wollen wir euch hier im Folgenden noch genauer aufschlüsseln.


A. Conversion Rate Faktoren


1. Verkaufsrate / Sales Rank

Einer der wichtigsten Ranking-Faktoren ist ganz klar die Verkaufszahl. Hier gilt die simple Regel: Mehr Verkäufe bedeuten ein besseres Ranking und ein besseres Ranking bedeutet mehr Verkäufe.


2. Bewertungen

Nicht zu unterschätzen sind positive Bewertungen eines Produkts. Hier zählt nicht nur die Menge, sondern auch die Anzahl der Sterne.


3. Beantwortete Fragen

Interessenten haben die Möglichkeit Fragen zu stellen. Unter Kundenfragen und –antworten sind diese öffentlich einsehbar. Auch wenn Amazon nicht betont, diese Daten in den Algorithmus mit einzubeziehen, so spielen sie doch eine wichtige Rolle. Denn die Erfahrung zeigt, dass bei zwei Produkten, die gleich bewertet sind, dasjenige mit mehr Frage und Antworten unter den besten Ergebnissen gelistet wird.


4. Produktbild

Hier kommt es auf Größe und Qualität an. In manchen Kategorien fordert Amazon eine Mindestauflösung von 1000 x 1000 Pixel. Denn in dieser Größe ist der Hover Zoom möglich. Unsere Erfahrung zeigt, dass dieses Feature einen enormen Einfluss auf die Conversion Rate hat. Wichtig ist, dass nicht die Anzahl der Produktbilder ausschlaggebend ist, sondern allein die Qualität. Gut auflösende und informative Bilder sind also das, was Amazon glücklich macht.


5. Preis

Kunden sind immer auf der Suche nach dem besten Angebot. Das weiß auch Amazon. Deshalb werden Produkte in einer Kategorie, die vielleicht nicht die allerbesten Bewertungen haben, dafür aber den besten Preis, häufig höher gelistet. Natürlich spielen auch die andern bereits genannten Faktoren eine Rolle.


6. Variantenbeziehungen

Jede Variantenbeziehung besteht aus einem Produkt (parent) und verschiedenen untergeordneten Produkten (children). Das kann ein identisches Produkt in einer anderen Farbe sein oder ein Produkt in einer anderen Größe. Möglich sind aber auch Produkte wie zum Beispiel die passende Teetasse zu einem Dessert-Teller. Die Vorteile bei dieser Art Verlinkung liegen klar auf der Hand: Je mehr Zeit Kunden auf den Produktseiten eines Verkäufers verbringen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie hier auch kaufen. Und Amazon hat eine klare Vorliebe für Produkte mit mehreren Optionen.


7. Verweildauer und Absprungrate

Amazon trackt alle Interaktionen auf einer Seite, also auch die Verweildauer und die Absprungraten. Die Verweildauer auf einer Seite wertet Amazon als Interesse am Produkt, womit gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs steigt. Somit wirkt sich eine hohe Verweildauer positiv auf das Ranking aus. Die Absprungrate dagegen nicht. Wenn Kunden nach dem Besuch einer Produktseite zu verwandten Produkten wechseln oder aber zurück zu den Suchergebnissen gehen, bedeutet das, dass der Kunde nicht das gefunden hat, was er sucht. Man darf nie vergessen, dass Amazon solche Daten viel genauer auslesen kann, als beispielsweise Google. Denn bei Amazon passiert alles auf der eigenen, geschlossenen Plattform.


8. Vollständigkeit der Produktseite

Die letzte Messgröße für die Conversion Rate ist die Vollständigkeit der Angaben. Je mehr Felder der Verkäufer ausgefüllt hat (und je mehr Informationen er dem Kunden so bereitstellt), umso besser bewertet Amazon die Verkaufswahrscheinlichkeit.


B. Relevanz-Faktoren


9. Produkt-Titel

Dem Kind den richtigen Namen zu geben, ist bei Amazon noch wichtiger, als bei Google. Maximal 80 Zeichen sind erlaubt und es geht nur um eines: Keywords. Also besser zu viel als zu wenig. Amazon erwägt allerdings wohl gerade, die Produkttitel neu zu beschränken. Das sollte man auf jeden Fall im Auge behalten.


10. Features und Aufzählungen

Aufzählungen, insbesondere von Produkteigenschaften kommen bei Amazon besonders gut an. Deshalb sollte man nicht darauf verzichten diese direkt unter dem Preis und den Produktoptionen zu platzieren. Produkte, die diese Aufzählung nicht haben, werden von Amazon sogar absichtlich nicht in der Kaufbox gelistet. Also immer schön aufzählen und die Keywords nicht vergessen.


11. Produktbeschreibung

Die Produktbeschreibung ist quasi eine Ausformulierung der in 10. erwähnten Features in Form einer Aufzählung. Hier lohnt sich die Mühe. Und bei Produktbeschreibungen kommt es, im Gegensatz zu Google auch nicht auf die Keywords an. Es reicht, wenn ein Keyword einmal auf einer Produktseite auftaucht. Die Beschreibungen sind in erster Linie eine Möglichkeit, Kunden auf das Produkt neugierig zu machen.


12. Markennamen und Modellnummer

Kunden, die auf der Suche nach einem bestimmten Produkt sind, orientieren sich an Markennamen und Modellnummer im Titel. Deshalb ist es wichtig, diese auch in diesen zu übernehmen. Es ist immer von Vorteil, einen Markennamen im Produkttitel zu listen, denn das macht dein Produkt auch für Suchfilter auffindbar. Markenname und Modellnummer sind häufig wichtige Keywords.


13. Spezifikationen

Damit sind keine Merkmale bzw. Features gemeint, sondern die technischen und physischen Eigenschaften eines Produkts. Dazu zählen die Größe bzw. Maße, das Gewicht, die Farbe, bei Büchern das Veröffentlichungsdatum und viele mehr. Diese Angaben werden vom A9-Algorithmus positiv bewertet und sollten auf keinen Fall fehlen.


14. Kategorisierung

Vergesst auch nicht, die Produkte den richtigen Kategorien und Unterkategorien zuzuordnen. Das hat vor allem einen Grund: Sobald ein Kunde bei der Produktsuche in einer Kategorie gelandet ist, werden ihm nur die Ergebnisse aus dieser Kategorie angezeigt. Deshalb achtet immer darauf, dass euer Produkt in der sinnvollsten und relevantesten Kategorie gelistet ist.


15. Suchbegriffe

Ergänzend zu den Kategorien, können auch Suchbegriffe angegeben werden, die mit dem eingestellten Produkt verwandt sind. Amazon gibt maximal 50 Felder vor, allerdings hat es sich bewährt, alle möglichen verwandten Suchbegriffe in eines der 250 Zeichen fassenden Felder zu schreiben.


16. Source Keyword

Das ist einer der verstecktesten Faktoren. Amazon liest bei jedem Kauf die Keywords der Suchanfrage aus. Diese werden auch immer am Ende der URL bei einer Suchanfrage angezeigt. Die Relevanz eines Suchbegriffs steigt mit dem Kauf und somit die eurer Produkte.


C. Kundenzufriedenheit & Regelmäßigkeit


17. Negatives Käufer-Feedback

Interessanterweise trackt Amazon nach eigenen Angaben nur die negativen Käufer-Feedbacks, nicht jedoch die positiven. Das hängt mit der Funktion des Algorithmus zusammen. Wie negativ das Feedback ausfällt, ist dabei egal, es zählt nur die negative Bewertung an sich. Wer seine Produkte also in der Kaufbox sehen möchte, sollte sein Käufer-Feedback dennoch so hoch wie möglich halten, denn das fließt in die Faktorengruppe der Conversion Rate mit ein. Für diesen Arbeitsbereich des Algorithmus zählt jedoch nur das negative Feedback.


18. Bearbeitungszeit von Bestellungen

Kunden sind glücklich, wenn sie ihre Bestellungen schnell erhalten. Da Amazon das auch weiß, spielt genau diese Geschwindigkeit auch eine Rolle beim Ranking-Algorithmus.


19. Auf Lager?

Ob ein Produkt auf Lager ist oder nicht, spielt genau dann eine Rolle, wenn ein Kunde es kaufen möchte. Was gibt es ärgerlicheres, als wenn das Wunschprodukt nicht lieferbar ist? Deshalb bezieht Amazon auch die Lieferbarkeit von Produkten in den Ranking-Algorithmus mit ein. Zwei wichtige Punkte sind hierbei der Prozentsatz der Rückerstattungen und die Stornoquote. Den Statistiken von Amazon zufolge ergeben sich hier bei einem Lagerbestand häufiger Probleme. Deshalb wird ein niedriger Bestand auch weniger gut bewertet.


20. Perfekte Bestellungen (POP)

Diese Prozentzahl setzt sich aus der Anzahl an Bestellungen zusammen, die schnell und zuverlässig bearbeitet und zugestellt werden. Amazon empfiehlt hier eine Rate von 95%. Das ist aber nur zu erreichen, wenn genug Produkte auf Lager sind, die Produktbeschreibungen sorgfältig ausgefüllt sind und die Artikel auch per Express verschickt werden können. Eigentlich ist das nämlich genau das, was ich Amazon für seine Kunden wünscht.


21. Bestellmängel-Rate (ODR)

Das ist quasi das Gegenteil der perfekten Bestellungen. Sobald ein Kunde sich im Rahmen einer Bestellung beschwert, gilt diese als „ nicht perfekt“ und somit mangelhaft. Berücksichtigte Faktoren sind hierbei:

- ein negatives Käufer-Feedback

- ein A-Z Garantieanspruch

- irgendein Problem bei der Lieferung

- oder eine Kreditkarten-Rückerstattung.

Amazon wünscht sich von seinen Verkäufern eine ODR von unter 1%. Wichtig ist auch: Wenn ein Kunde seine negative Bewertung zurücknimmt, fließt diese nicht in die Bewertung mit ein. Es lohnt sich also immer, Kunden so zufrieden wie möglich zu stimmen und auf alle Bedürfnisse und Anliegen einzugehen.


22. Exit Rate

Die Exit Rate berechnet sich durch die Anzahl der Besuche eines Kunden auf euren Produkten und dem Verlassen der Amazon-Seite. Sollte dieser Prozentsatz bei euch sehr hoch sein, wertet Amazon das als mangelnde Qualität eurer Produkte. Häufig hat das jedoch etwas mit der Lieferbarkeit oder fehlenden Produktinformationen zu tun. Noch ein Grund mehr, hier sehr sorgfältig zu arbeiten.


Zu viele Informationen?


Wer sich nicht Punkt für Punkt durch die Auflistung gearbeitet hat – es ist ja doch so einiges zusammengekommen -, für den haben wir hier noch einmal die wichtigsten Kernpunkte in Stichworten zusammengefasst. Hier noch einmal die absoluten Kernpunkte des ultimativen Ranking-Guides für Amazon:

- Amazons Top-Ziel ist eine Maximale RPC (Revenue Per Customer)

- Der A9-Algorithmus berücksichtigt die Conversion Rate, Relevanz sowie Kundenzufriedenheit und Regelmäßigkeit

- Füllt so viele Details der Produktbeschreibung aus, wie nur möglich

- Und vergesst nicht: Mehr Verkäufe = höheres Ranking = mehr Verkäufe!


Das waren die Top-Ranking-Faktoren für Amazon. Jetzt liegt es an euch, die Informationen umzusetzen und euer Wissen in gute Absätze zu verwandeln!




Artikel teilen

 

 

 

Beliebt

TOS Änderungen Amazon

Klartext Teil 2

Die besten Großhändleradressen

3000€ am Tag mit Amazon & Ebay

Eigene Brands entwickeln

Neue gesetzliche Regeln

 

 

Kommentar verfassen

Melde dich zum Newsletter an

Dir gefällt Marktplatzhändler? Unterstütze uns und like unsere Seite oder schreib etwas bei Facebook. Das freut uns und hilft uns zudem tierisch bei unserer Motivation :)